Dies & Das | 25.06.2012

Über den Wolken … (Cloud Services)

Dirk Vollmer

Fachanwalt für Familienrecht

Cloud-Lösungen beflügeln aktuell die Fantasie der Unternehmen. Sie versprechen Vereinfachungen und erhebliches Kosteneinsparungspotential. Die IT-Branche hat mit Cloud Computing einen neuen Hoffnungsträger. In der Tat scheinen die Möglichkeiten unbegrenzt: die Bandbreite reicht von der reinen Datenspeicherung über webbasierte Datenverarbeitung, Nutzung von Rechnerkapazitäten bis zum intelligenten filesharing für Unternehmen; teilweise gleich mit passendem Smartphone-App. Einen guten Überblick bietet beispielsweise die Karlsruher Fachmesse CLOUDZONE. Meinungsumfragen zufolge möchten in naher Zukunft mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen IaaS (Infrastructure as a Service) nutzen. Die Sorge um Sicherheit und Datenschutz ist allerdings groß. Erfolgt die Nutzung nur über den Browser, sind die unternehmenseigenen Kontrollmechanismen ausgehebelt und Mitarbeiter könnten heimlich, d.h. an der IT-Abteilung vorbei, Hard- und Softwareressourcen nutzen und Bestellungen per Kreditkarte tätigen – das bekannte Phänomen der „Schatten-IT“. Ob die weiter befürchteten Risiken von Industriespionage und gezielten Angriffen Dritter reell sind bzw. wie diese richtig zu bewerten sind, weiß niemand. Die Branche ist bemüht, die Sicherheitsbedenken des umworbenen deutschen Mittelstandes auszuräumen, z.B. durch zertifizierte Rechenzentren, und Verbesserung der Kundenbetreuung und stringenten Einsatz von Verschlüsselung (was selbstverständlich sein sollte). Etwas sicherer, jedenfalls mit besserem Gefühl, ist die Nutzung solcher Dienste, die die folgenden Kriterien erfüllen:

1. Der Anbieter hat seinen Haupt-Unternehmenssitz in Deutschland,

2. er unterhält ein dort ansässiges Service-Team für Kundenanfragen und Support und

3. sämtliche Verträge richten sich nach deutschem Recht, und zwar mit Gerichtsstand in Deutschland.

Unternehmen müssen sich selbst ein Bild machen und passende Lösungen in technischer und rechtlicher Sicht finden. Sie sollten z.B. durch arbeitsvertragliche Maßnahmen sicherstellen, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Diensten erfolgt – der Supergau: personenbezogene Daten oder Geschäftsgeheimnisse werden leichtfertig unverschlüsselt in eine außereuropäische Public Cloud hochgeladen. Die Anbieter kommen an den Sicherheitsstandards des deutschen Datenschutzrechts nicht vorbei, profitieren aber zugleich von „Law – Made in Germany“. Das Entgegenkommen für die sicherheitsbewusste deutsche Kundschaft und die daraufhin abgestimmten Verträge werden sich mittelfristig auszahlen.

Dirk Vollmer

Fachanwalt für Familienrecht

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