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Handy in der Vorlesung nervt brutal …

von Dr. Markus H. Schneider | 20.11.2012

Rechtsanwalt Dr. Schneider, Lehrbeauftragter im Sportrecht, zum Thema Handy in der Vorlesung

Handy in der Vorlesung. Seit ein paar Jahren habe ich einen Lehrauftrag für Sportrecht am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). So heißt die renommierte Universität in Karlsruhe. Wie der Name schon sagt, ist das zwar eher keine Hochburg der Rechtswissenschaften. Die Vorlesung ist allerdings eine Pflichtveranstaltung für alle Bachelor-Studentinnen und -Studenten des Sportinstituts, also für Nichtjuristen.

Das Dozieren dort macht vielleicht gerade deshalb großen Spaß. Meistens. Wie jeder Sportler oder Entertainer unterliegt der Dozent durchaus mal Formschwankungen. Jura ist zudem gerade für Nichtjuristen eher schwere Kost. Zwar können die Rechtsgeschichten aus der Welt des Sports den Stoff recht gut auflockern. Die Konzentration der Zuhörer darf aber schon mal nachlassen. Nicht die des Dozenten. Smartphones können da brutal nerven. Nicht, dass es ständig klingelte. Schaut jedoch ein Teilnehmer nahezu manisch alle dreißig Sekunden auf dem Display, ob eine neue Nachricht eingegangen ist oder gibt gar Antwort, stört mich das einfach. Schon der Versuch stört mich. Schon der Gedanke … Vielleicht verletzt es mich auch irgendwie in der Eitelkeit. Vor Beginn der Veranstaltung stelle ich deshalb klar: Kein Handy bitte! Das klappt eigentlich ganz gut. Die Damen und Herren akzeptieren es. Falls nicht, gelingt bei guter Tagesform ein Scherz und weiter geht es. Bei schlechter Tagesform wird es halt ein genervter Blick in Richtung Handymane oder Handymanin.

Tja, so ändern sich die Zeiten. Gerade für uns „Wählscheibenkinder“. War das Handy vor noch wenigen Jahren vor allem für Herr und Frau „Wichtig“ und im Übrigen allenfalls nützliche Nebensache, scheint es heute mit dem ein oder anderen nahezu verschweist. Wer kennt sie nicht, die Gruppen, die zu viert oder fünft rumsitzen oder gar rumlaufen (!) und jeder starrt gebannt in sein mobiles Telefon? Was für ein gemeinsames Erlebnis für Groß und Klein.

So ist es halt und es stört mich eigentlich nicht wirklich, nur in meiner Vorlesung …

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