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Erbrecht

Im Erbrecht beraten wir Sie über Ihre Ansprüche und Pflichten – nicht erst nach einem Erbfall. Gerade im Erbrecht ist die vorausschauende, vorsorgliche Beratung wichtig, etwa im Vorfeld der Errichtung einer letztwilligen Verfügung oder einer Vorsorgevollmacht.

Um Ihr Familienvermögen langfristig zu erhalten, sollten Sie Ihre Erbfolge frühzeitig planen. In grenzüberschreitenden Fällen profitieren Sie von unserer Kompetenz im internationalen Erbrecht und von unserem Netzwerk, insbesondere im Verhältnis Deutschland - Schweiz. Trotz den Regelungen der europäischen Erbrechtsverordnung gibt es bei einem Fall mit Auslandsberührung einige Besonderheiten zu beachten. Beispielsweise muss die nun großzügig erlaubte Auswahl des anwendbaren Rechts (Rechtswahl) auch ausgeübt werden, und zwar vom Erblasser unter Beachtung bestimmter Formvorgaben.

Nach Eintritt des Erbfalles gilt es vieles zu bedenken. Zusätzlich zur Trauerarbeit muss eine ganze Reihe von Aufgaben bewältigt werden. Oft kommen noch Meinungsverschiedenheiten dazu, die oft auf Missverständnissen, Unwissen oder falschen Erwartungen beruhen. Die meisten Konflikte im Erbrecht, die letztlich in langwierigen Gerichtsverfahren münden und heillos verfahren sind, hätten durch frühzeitige Information und deeskalierende Ansätze vermieden werden können. Dazu gehört für uns im Einzelfall auch mal die Empfehlung einer Mediation, bei der wir unsere Mandanten im Erbrecht begleitend beraten.

Wenn Sie Ihr Unternehmen an einen Nachfolger übergeben möchten oder wenn Sie überlegen, einen Betrieb zu übernehmen: Die Unternehmensnachfolge ist einer unserer Schwerpunkte. Dabei profitieren Sie von unserem Know-how im Erbrecht und im Gesellschaftsrecht. Die enge Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, dem Steuerbüro Seitz & Helm, ist für Sie von Vorteil. So können steuerliche Auswirkungen frühzeitig aufgezeigt werden und von vorneherein unpassende Lösungsansätze vermieden werden.

Erbrecht ist mehr als Bestimmung der Erbfolge

Die Anordnungen in einem Testament können sehr vielgestaltig sein. Wir nehmen uns Zeit zum zuhören, damit wir Ihre Vorstellungen genau kennen. Nur so können wir mit Ihnen die beste Lösung für Ihre Familie erarbeiten. Welche Personen sollen begünstigt sein und sollen diese frei entscheiden dürfen über die Verwendung von Nachlassgütern? Gibt es eine Person, die eher nicht Erbe werden soll, sondern nur den Pflichtteil bekommen soll? Oder es wird die gesetzliche Erbfolge beibehalten und Ihren Gestaltungswünschen im Erbrecht auf andere Weise Rechnung getragen, beispielsweise durch Vermächtnisanordnungen oder Anordnung einer Testamentsvollstreckung.

Anwaltliche Beratung nach einem Erbfall

Gerade im Erbrecht ist die emotionale Belastung für alle Beteiligten enorm. Wir geben Ihnen deshalb nicht nur Auskunft zu ersten Rechtsfragen sondern auch praktische Hinweise, welche Schritte als nächstes anstehen. In der Beratung gehen wir individuell auf Ihre Situation und Ihre Fragen ein.

Gibt es eine letztwillige Verfügung des Verstorbenen, muss diese beim Nachlassgericht abgeliefert werden. Dieses nimmt das Original zur Akte und setzt die Beteiligten vom Inhalt in Kenntnis. Ist das Nachlassvermögen hinreichend vor unbefugten Zugriffen geschützt? Im Erbrecht ist die Sicherung des Vermögens grundsätzlich Privatsache, im Ausnahmefall kann das Nachlassgericht eine Nachlasspflegschaft anordnen, vor allem bei unbekannten Erben. Sollte die Vermutung bestehen, dass der Nachlass verschuldet war, ist die frühzeitige Beratung durch einen Anwalt sinnvoll um die Möglichkeit der Ausschlagung zu prüfen. Sonst bleiben nur wenige Chancen zur Haftungsbeschränkung im Erbrecht, z.B. durch Beantragung der Nachlassverwaltung.

Rechtsanwalt Dirk Vollmer ist Ihr Ansprechpartner in allen Fragen zum Erbrecht und Familienrecht.

Ihr Ansprechpartner

Dirk Vollmer

Sekretariat Dirk Vollmer:
Alter Schlachthof 45
76131 Karlsruhe
Telefon +49 721 / 943114-17
Telefax +49 721 / 943114-10
office@schneideranwaelte.de

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Wichtige Begriffe

Pflichtteil

Im deutschen Erbrecht ist damit ein Anspruch auf Geldzahlung (nicht: Pflichtanteil bzw. Quote am Nachlass) gemeint, der demjenigen zusteht, der im Falle der gesetzlichen Erbfolge als Erbe berufen wäre, jedoch wegen einer letztwilligen Verfügung des Erblassers nicht zum Zuge gekommen ist. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, wobei der Nettonachlass aus bestimmten Billigkeitsgründen im Einzelfall korrigiert werden kann zur Berechnung des Pflichtteils.

vorweggenommene Erbfolge

Zu Lebzeiten wird Vermögen unentgeltlich übertragen auf eine potenziell erbberechtigte Person. Die Vermögensübergabe „mit warmer Hand“ ist grundsätzlich anzuraten, um die Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer, die sich alle 10 Jahre erneuern, sinnvoll auszunutzen. Häufig möchte sich der Übergeber bis zu seinem Ableben den wirtschaftlichen Zugriff sichern. Im Falle einer Immobilie geschieht dies häufig durch Nießbrauchsvorbehalt, d.h. der bisherige Eigentümer behält insbesondere das Recht zur Ziehung von Nutzungen (Miete, Pacht oder Eigengebrauch).

Nachlassspaltung

Der Begriff beschreibt ein Phänomen, dass seinen Ursprung im Internationalen Privatrecht (IPR) hat. Nach dem deutschen EGBGB gilt einheitlich das Staatsangehörigkeitsprinzip, d.h. für einen deutschen Erblasser kommt grundsätzlich das deutsche materielle Erbrecht zur Anwendung. Hat der Fall Berührung zum Recht eines anderen Staates (z.B. dortiges Bankkonto oder Grundvermögen), ist möglich, dass das dortige IPR eine andere Anknüpfung hat, insbesondere den Belegenheitsort einer Immobilie – dann ist aus Sicht der deutschen Rechtsordnung der Nachlass „gespalten“, denn er unterfällt insoweit dem Rechts des jeweils anderen Staates und nur für den übrigen Nachlass ist deutsches Erbrecht anwendbar. Beispielsweise kommt es zwingend zu einer Nachlassspaltung, wenn ein deutscher Erblasser Immobilien und andere Vermögenswerte in Frankreich oder Spanien besitzt. Änderungen werden sich durch die EU-Erbrechtsverordnung ergeben (siehe unten).

Erbrechtsverordnung der EU

In grenzüberschreitenden Fällen bestimmt die Erbrechtsverordnung der Europäischen Union (Verordnung (EU) Nr. 650/2012 vom 04.07.2012) für alle Erbfälle ab dem 17.08.2015 welches Recht zur Anwendung kommt. Anknüpfungspunkt ist der letzte Wohnsitz des Erblassers. Eine abweichende Rechtswahl ist möglich, sogar im eigenhändigen Testament. Das ist im Einzelfall anzuraten, wenn ungewollte Ergebnisse vermieden werden sollen. Verfügungen, die vor dem 17.08.2015 getroffen wurden, bleiben auch nach diesem Datum zulässig und wirksam, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Mit der Verordnung wird außerdem erstmalig ein Europäisches Nachlasszeugnis eingeführt.

Zentrale Register der Bundesnotarkammer

Seit 2003 gibt es das Zentrale Vorsorgeregister. Dort können Vorsorgevollmachten und die Daten der Vollmachtgeber und Bevollmächtigten gespeichert werden, die dann bundesweit für die Betreuungsgerichte schnell abrufbar sind. 2012 ist das Zentrale Testamentsregister hinzugekommen. Für das im Erbfall zuständige Nachlassgericht wird damit die schnelle Auffindbarkeit gewährleistet. Gespeichert werden nur die Verwahrdaten, nicht der Inhalt der letztwilligen Verfügung. Automatisch geschieht die Anmeldung bei einer öffentlichen Beurkundung durch den Notar. Es können aber auch privatschriftliche Testamente dort aufgenommen werden, wenn sie in die besondere amtliche Verwahrung gegeben werden (Amtsgericht oder Notariat als Nachlassgericht).

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