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Familienrecht

Wir beraten und vertreten Sie in allen Angelegenheiten des Familienrechts. Zum Familienrecht zählt unter anderem Unterhalt, Scheidungsrecht, Versorgungsausgleich, Güterrecht und Vermögen, Nutzungsverhältnisse an der Ehewohnung, Hausrat, Betreuungsrecht, Namensrecht. Insbesondere Selbständige profitieren von unserer umfassenden Kompetenz, die sich auch auf die Schnittstellen zwischen Familienrecht und anderen Rechtsgebieten erstreckt, wie z.B. Steuerrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht und Sozialrecht. Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten profitieren Sie von unseren Kooperationen, wie beispielsweise die Zusammenarbeit mit Bachmann Rechtsanwälte AG mit Sitz in Zürich.

Diskretion ist für uns im Familienrecht nicht nur eine berufsrechtliche Pflicht des Anwalts, sondern wird bei uns gelebt. Wir haben kein Wartezimmer, sondern vergeben Termine immer passgenau. Wir bieten Ihnen auf Anfrage Möglichkeiten der Kommunikation auf gesichertem Wege, bis hin zum passwortgeschützten Zugriff auf Ihre elektronische Akte weltweit.

Familienrecht in der Krise

Nicht erst für die Durchführung des Ehescheidungsverfahrens ist ein erfahrener Fachanwalt für Familienrecht gefragt, denn in den meisten Fällen geht es nach der Trennung nicht nur um die Scheidung, sondern es sind Regelungen erforderlich zum Kindes- und Trennungsunterhalt, zur Vermögensauseinandersetzung, zum Umgangs- und Sorgerecht, usw.

Wir analysieren Ihre persönliche Situation und Wünsche. Im Krisenfall entwickeln wir mit Ihnen klare Strategien und behalten den Überblick. Auch wenn die Vorstellungen der Ehegatten / Lebenspartner sehr weit auseinander liegen und der Streit eskaliert, richten wir im Familienrecht unseren Fokus auf außergerichtliche Verhandlungen. Denn: Eine umfassende Regelung der Trennungs- und Scheidungsfolgen vermeidet zeit- und kostenaufwändige Verfahren vor dem Familiengericht. Im Idealfall ist dann lediglich noch die Scheidung gerichtlich durchzuführen, weil bereits alles andere geklärt ist.

alternative Konfliktlösung

Wir fördern, wo es möglich ist, außergerichtliche Vereinbarungen der Ehegatten / Lebenspartner. Ist im Familienrecht eine Mediation gewünscht, werden wir zwar selbst nicht als Mediator tätig, begleiten Sie aber während des Mediationsverfahrens. Wenn sich beide Seiten auf eine Mediation oder Schlichtung verständigt haben, ist die begleitende Beratung durch Ihren Familienanwalt umso wichtiger, um sich vor Übervorteilung zu schützen. Lesen Sie hier mehr zum Thema Mediation.

Ihr Ansprechpartner für den gesamten Fachbereich Familienrecht ist unser Partner Dirk Vollmer, Fachanwalt für Familienrecht.

Ihr Ansprechpartner

Dirk Vollmer

Sekretariat Dirk Vollmer:
Alter Schlachthof 45
76131 Karlsruhe
Telefon +49 721 / 943114-17
Telefax +49 721 / 943114-10
office@schneideranwaelte.de

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Wichtige Begriffe

Versorgungsausgleich

Soweit ehevertraglich nichts Abweichendes vereinbart ist, leben die Ehegatten in einer Versorgungsgemeinschaft. Kommt es zur Ehescheidung, sind die in der Ehezeit erworbenen Anrechte nach dem Halbteilungsgrundsatz aufzuteilen. Dies geschieht im Verfahren über den Versorgungsausgleich, das von Amts wegen jeweils parallel zur Ehescheidung betrieben wird. Relevant sind sowohl die gesetzlichen Ansprüche in der Deutschen Rentenversicherung als auch Ansprüche aus privaten Altersvorsorgeverträgen. Seit der Reform von 2009 wird grundsätzlich jedes Anrecht einzeln geteilt. Das Familiengericht soll allerdings Anrechte mit Ausgleichswerten unterhalb der gesetzlichen Bagatellgrenze nicht ausgleichen. Zudem steht den Ehegatten selbst noch im Verfahren die Möglichkeit offen, Vereinbarungen zu treffen.

Zugewinnausgleich

Leben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, haben sie zwar weiterhin ihr eigenes Vermögen; es besteht aber eine Pflicht, bei Beendigung des Güterstandes den Hinzuerwerb aufzuteilen. Stirbt ein Ehegatte, kommt es zu einer pauschalen Erhöhung des gesetzlichen Erbteils für den überlebenden Ehegatten. Kommt es zur Scheidung, ist auf Verlangen eines Ehegatten zu ermitteln, ob der Zugewinn des einen Ehegatten denjenigen des anderen Ehegatten übersteigt. Die hälftige Differenz der beiden Zugewinne kann dann als Ausgleich in Geld verlangt werden. Bei der Berechnung wird „bilanziert“, es wird also das jeweilige Vermögen bei der Heirat (nach Anpassung an das heutige Preisniveau) verglichen mit dem jeweiligen Endvermögen. Im Einzelfall können Korrekturen erfolgen, z.B. bei Erbschaften oder Zuwendungen in vorweggenommener Erbfolge. Solches Vermögen ist privilegiert, denn es wurde nicht in der Ehe erwirtschaftet. Die Ehegatten können in einem Ehevertrag weitreichende Vereinbarungen schließen, zum Beispiel den Zugewinnausgleich in bestimmten Fällen oder insgesamt ausschließen. Modifikationen sind auch möglich in der Weise, dass einzelne Vermögenswerte (Immobilien, Unternehmensbeteiligungen) von der Berechnung ausgenommen werden. Das Gesetz stellt noch die Gütertrennung und die Gütergemeinschaft sowie den deutsch-französischen Wahlgüterstand zur Auswahl.

Ehevertrag

Die gesetzliche Regelung ist nicht immer passend. Die Ehegatten können vor und während ihrer Ehe notarielle Vereinbarungen treffen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen ändern. Möglich sind beispielsweise Abweichungen vom gesetzlichen Güterstand und Anpassungen des Versorgungsausgleichs. Denkbar sind auch Regelungen, die nur im Fall der Scheidung gelten sollen. Siehe hierzu auch unseren speziellen Blogbeitrag. Es besteht weitgehend Vertragsfreiheit – eine äußere Grenze bildet die Sittenwidrigkeit. Es kann auch sein, dass sich die Umstände seit Vertragsschluss so wesentlich geändert haben, dass später eine vertragliche Regelung einer richterlichen Prüfung nicht mehr stand hält.

Erwerbsobliegenheit

Im Unterhaltsrecht müssen Gläubiger und Schuldner sich so verhalten, dass sich die Unterhaltsvoraussetzungen nicht zu Lasten des Gegners verändern. Es gibt z.B. die Obliegenheit, steuerliche Entlastungen in Anspruch zu nehmen. Die Erwerbsobliegenheit besteht z.B. bei getrennt lebenden Ehegatten regelmäßig nach Ablauf des Trennungsjahres, d.h. dann muss ein Ehegatte, der bisher nicht oder nur eingeschränkt erwerbstätig war, eine Arbeit erstmalig aufnehmen oder ausweiten. Anders als bei einer gesetzlichen Pflicht kann der Gegner die Erfüllung einer Obliegenheit nicht einklagen oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Die Ahnung erfolgt anders: Wer seine Obliegenheit vorwerfbar verletzt, muss sich so behandeln lassen, wie wenn er sich ordnungsgemäß verhalten hätte. Bei der Erwerbsobliegenheit kann deshalb mit einem fiktiven Erwerbseinkommen gerechnet werden und dadurch kann die Unterhaltshöhe variieren.

Selbstbehalt

Unter Selbstbehalt versteht man die finanziellen Mittel, die einem Unterhaltsverpflichteten bleiben müssen, damit dieser seinen eigenen Lebensbedarf decken kann. Der Unterhaltsanspruch entfällt, soweit der Unterhaltsschuldner zu wenig hat, als er für seinen eigenen Unterhalt und die angemessene Bedienung von sonstigen Verbindlichkeiten braucht. Die Familiensenate der Oberlandesgerichte schlagen Beträge vor, z.B. in der Düsseldorfer Tabelle und in unterhaltsrechtlichen Leitlinien (z.B. SüdL), die allerdings auf statistischen Grundannahmen beruhen und von der Realität entfernt sind. Der Selbstbehalt, der einem zur Zahlung von Kindesunterhalt verpflichteten erwerbstätigen Elternteil hiernach verbleiben muss, liegt beispielsweise aktuell bei 950 €. Darin sollen alle normalen Lebenshaltungskosten enthalten sein (Wohnung, Auto, Essen, usw.).

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