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Ehevertrag – nicht nur etwas für die Schönen und Reichen

von Dirk Vollmer | 30.11.2012

„Ehevertrag? Das ist doch nur etwas für die Promis.“

Nein, das Thema Ehevertrag geht grundsätzlich alle Ehegatten etwas an.

Das Familienrecht definiert die allgemeinen Ehewirkungen. Der Gesetzgeber gibt durch den gesetzlichen Güterstand, die Versorgungsgemeinschaft und das Unterhaltsrecht gewissermaßen im „Kleingedruckten“ vor, wie weit die eheliche und die nacheheliche Solidarität reichen soll. Das macht sich meist erst im Falle der Trennung und Scheidung bemerkbar und es kommt das böse Erwachen.

Nicht immer passen die gesetzlichen Leitbilder, die teilweise noch der Kaiserzeit entstammen, auf die heutige Lebenswirklichkeit von Ehegatten. Das Familienrecht ist bereits an vielen Stellen modernisiert worden. Gesellschafts- und rechtspolitisch wird der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit hervorgehoben – bei gleichzeitigem Festhalten am romantischen Modell einer Ehe als „sicherer Hafen“. Dadurch sind zwangsläufig Wertungswidersprüche und Gebiete mit neuem Konfliktpotenzial entstanden. Heutzutage wird jede dritte Ehe geschieden mit steigender Tendenz. Allgemeines zum Ehevetrag gibt es hier oder auf den Seiten des Landes Baden-Württemberg.

Das Familienrecht im Umbruch enttäuscht häufig die Erwartungen der Ehegatten, wenn z.B. die jetzt gescheiterte Ehe schon seit Jahrzehnten bestand und wegen der früher üblichen Rollenverteilung (Hausfrauenehe) und der damit verbundenen einseitigen Lastenverteilung bei der Kindererziehung die Ehefrauen besonderen Schutz benötigen. Aber auch in modernen Ehen, in denen beide Ehegatten berufstätig sind und trotz Kindern bleiben, kann es zu Regelungslücken und Überforderungen kommen, z.B. bei einer Unternehmerehe und bei phasenverschobenen Ehen mit großem Altersunterschied der Ehegatten. Zudem können  die Ehegatten Regelungen vereinbaren, die später für einen fairen Ablauf sorgen, z.B. verbindlich festlegen, welches Vermögen sie bereits mit in die Ehe gebracht haben. Dann ist später nicht derjenige der Dumme, der nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist der Banken (10 Jahre) keine Saldenmitteilung mehr erhalten kann.

Die Ehegatten können vor und während ihrer Ehe vertragliche Vereinbarungen treffen, um Ungewolltes zu vermeiden. Scheitert die Ehe, sollten die Folgen der Trennung und Scheidung möglichst weitreichend geregelt werden durch eine anwaltlich sorgfältig vorbereitete und notariell beurkundete Trennungsvereinbarung oder Scheidungsfolgenvereinbarung. Diese kann auch im Ehescheidungsverfahren protokolliert werden.

Wenden Sie sich an Dirk Vollmer, unseren Fachanwalt für Familienrecht.

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