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neue Düsseldorfer Tabelle ab Januar 2018

von Dirk Vollmer | 20.11.2017

Kalender_(Tabelle)_schneideranwälteDüsseldorfer Tabelle: Dieses Mal ganz neu

Die Düsseldorfer Tabelle, die als für die Ermittlung des zu zahlenden Kindesunterhalts herangezogen wird, ändert sich zum Jahreswechsel 2017/2018. Zuletzt erfolgten Anpassungen der Düsseldorfer Tabelle am 01.01.2015, am 01.08.2015, am 01.01.2016 und 01.01.2017. Wir berichteten.

Was ändert sich mit der neuen Tabelle von 2018?

Die neue Tabelle finden Sie hier. Dieses Mal werden nicht einfach nur die Bedarfssätze nach der Mindestunterhaltsverordnung erhöht, sondern die Tabelle wird etwas tiefgreifender erneuert. Eine wesentliche Änderung gib es bei der Einteilung der Einkommensgruppen, nach denen sich die Höhe des Unterhalts richtet. In der neuen Düsseldorfer Tabelle 2018 wird dann in der Einkommensgruppe 1 neuerdings ein Einkommen zugrunde gelegt, mit dem der gesetzliche Mindestunterhalt auch im Regelfall gezahlt werden kann. Die bisherige Einkommensgruppe 1 wurde quasi gestrichen. Die neue Tabelle beginnt in ihrer Einteilung der Einkommensgruppen erst bei einem Einkommen von 1.900 Euro.

In vielen Fällen wird die neue Tabelle 2018 zu einer Reduzierung des Unterhaltbetrages führen. Das zeigt der Vergleich der Mindestunterhalts-Zahlbeträge für die jeweiligen Altersstufen:

Kinder bis 6 Jahre nun 251 Euro (bisher 264 Euro),

Kinder bis 12 Jahre nun 301 Euro (bisher 317 Euro) und

Kinder bis 18 Jahre nun 370 Euro (bisher 387 Euro). 

Die Düsseldorfer Tabelle bleibt hinsichtlich des Bedarfs volljähriger Kinder unverändert, um eine überproportionale Erhöhung des Bedarfs des volljährigen Kindes, das noch im Haushalt eines Elternteils lebt, im Verhältnis zu dem Bedarf eines allein lebenden Erwachsenen zu vermeiden. Unverändert bleibt auch der notwendige Eigenbedarf der Unterhaltspflichtigen (1.080 Euro, für Erwerblose 880 Euro), somit seit vier Jahren unverändert.

Angehoben wurden aber die Bedarfskontrollbeträge, die in vielen Fällen den Unterhaltsbetrag nach unten korrigieren. Sol soll eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den Unterhaltsberechtigten gewährleistet werden.

Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 € auf 100 €.

Was ist zu tun?

Wenn für ein Kind ein dynamisierter Unterhaltstitel besteht, also in einer Jugendamtsurkunde oder in einem Gerichtsbeschluss Bezug genommen wird auf den Mindestunterhalt, sollten beide, also Berechtigter und Verpflichteter, regelmäßig die Zahlbeträge nachprüfen.

Betroffene sollten aus Anlass der jetzigen Änderungen den Kindesunterhalt durch einen Fachmann prüfen lassen. Manche sind möglicherweise überrascht, dass sie bisher zu viel gezahlt haben. Andere werden feststellen, dass ihnen wegen dieser zahlreichen Änderungen der letzten Jahre (immerhin erfolgte jetzt die fünfte Änderung seit 2014) vielleicht bisher mehr Unterhalt zugestanden hätte, sodass teilweise nachgefordert werden könnte.

Bei allen Fragen rund um den Kindesunterhalt helfen wir gerne weiter.
Ihr Ansprechpartner ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht Dirk Vollmer.

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Dirk Vollmer

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