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Jérôme Boateng, Gottlob Frege und die Deutschen.

von Joachim Muth | 29.05.2016

Wen beleidigte eigentlich Alexander Gauland an diesem Wochenende?

 

Alexander Gauland hat den 57maligen deutschen Fussballnationalspieler Jerome Boateng beleidigt, meint die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Muss man wirklich den deutschen Sprachphilosophen Gottlob Frege gelesen haben, um zu erkennen, dass das falsch ist?

Es geht um folgende Aussage, mit der der stellvertretende AfD-Vorsitzende in der F.A.S in ihrer heutigen Ausgabe zitiert wurde.

Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.

Empörung folgte auf den Fuß, an vorderster Stelle der Deutsche Fußballbund. Sein Vorsitzender Reinhard Grindel versicherte sofort, dass der Berliner Abwehrspieler in Diensten des FC Bayern München ein herausragender Spieler (das hat wirklich noch keiner erkannt) und ein wunderbarer Mensch sei. Olli Bierhoff, seines Zeichens Manager unserer Fußballnationalmannschaft, behauptete, solche Leute wie Gauland diskreditierten sich von alleine.

Das kann man durchaus anders sehen. Es diskreditieren sich nämlich alle, die übersehen, dass Gauland nichts über Herrn Boateng gesagt hat und derer sind auch außerhalb der Fußballwelt erschreckend viele. Eigentlich alle verkennen, dass Gaulands Worte Zeichen von Zeichen im Sinne von Gottlob Frege sind, denn jeder von Heiko Maas bis Frauke Petry (sic!) hatte irgendeinen Unsinn zu seiner These mitzuteilen. Anschließen kann ich mich nur und ausnahmsweise der rheinland-pfälzischen Oppositionsführerin Julia Klöckner, die twitterte:

Lieber Boateng als Gauland als Nachbarn.

Aber bin ich einer der Deutschen, die Gauland meinte? Ist seine Behauptung, die Leute wollten Boateng – gemeint ist wohl ein schwarzer Mensch im Allgemeinen – nicht als Nachbarn haben, wirklich falsch?

„Die Leute“ mögen sich selbst eine Antwort geben; ich jedenfalls fühle mich von Herrn Gauland beleidigt.

Joachim Muth

 

 

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