Sportrecht | 14.03.2015

Doping im Fußball

Dr. Markus H. Schneider

Fachanwalt für Handelsrecht und Gesellschaftsrecht

Waren die Helden unserer Jugend systematische Dopingsünder? Wird noch heute im Fußball flächendeckend und weiter systematisch gedopt? Wird der Fußball von einem ähnlichen Skandal erschüttert, wie der Radsport?

Soll ich Ihnen ehrlich etwas sagen? Das interessiert mich nicht wirklich. Mir gefällt das Produkt Fußball noch, ich liebe diesen Sport eigentlich. Ich denke auch, dass der Fußball mit dieser Thematik so ehrlich umgeht, wie erforderlich. Die geifernden Dopingjäger, die nun reflexartig Skandal schreien und jeden skandalisieren, der sich skeptisch in Zusammenhang mit der Frage nach Doping im Fußballsport äußert, stören mich weit mehr.

Nicht falsch verstehen: Die systematische Leistungssteigerung im Sport durch Stoffe, die der Körper zum normalen Leben nicht benötigt, halte ich für schlecht, insbesondere wenn es um Kinder gehen sollte. Auch im Fußball gab es das. Schon den Weltmeistern von 1954 sind Vorwürfe gemacht worden. Also gar nicht erst mit dem Finger auf andere zeigen.

Das aber, was die Guten als „Dopingkampf“ bezeichnen, finde ich noch schlechter. Die Doppelmoral ist unerträglich. Höchstleistungen verlangen und sich dann wundern, wenn irgendetwas schief läuft. Der Kampf ist eher ein Krampf. Gelegentlich ist man geneigt, an Inquisition zu denken. Die Sportler sind grundsätzlich die Schweine, die es zu jagen gilt. Deshalb müssen sie Tag und Nacht bewacht werden. ADAMS heißt das System. Schauen Sie mal, wie niedlich die die Chefjäger der Nationalen Anti Doping Agentur NADA ADAMS beschreiben.

Was steckt dahinter? Nichts anderes als die Dauerüberwachung von Leistungssportlern. Jederzeit müssen sie erreichbar sein. Deshalb muss über Monate im Voraus jeder Aufenthaltsort angegeben werden. Findet ein „Kontrolleur“ den Sportler oder die Sportlerin dreimal an dem im Voraus angegebenen Ort nicht an, drohen empfindliche Sanktionen. Die einen mögen den Chip im Hintern als weitere Inovation des Dopingkampfes preisen. Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar hat den Generalverdacht gegen Sportler im Rahmen dieses Systems aber scharf kritisiert und zu Recht die Gefährdung der Menschenwürde angesprochen.

Fußballer nehmen an diesem Irrsinn noch nicht teil. Noch nicht. „Die wissen schon warum …“ höre ich die „Guten“ höhnisch sagen. Und wenn die „Guten“ recht haben? Dann schau ich halt was anderes … Und was lernen wir daraus: Doping ist schlecht, Dopingjäger sind schlechter.

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