Veröffentlichungen | 20.12.2018

Sportrecht Motorsport Mercedes vor dem FIA Tribunal

Dr. Markus H. Schneider

Fachanwalt für Handelsrecht und Gesellschaftsrecht

Ein spektakulärer Fall des Sportrechtes bewegte die Formel 1-Welt. Unser Partner Dr. Markus H. Schneider erklärte im Interview den Lesern der renommierten online Fachzeitschrift Legal Tribune Online (lto) die sportjuristischen Hintergründe. Die Expertise unseres Partners ist beeindruckend, auch im Bereich Sportrecht Motorsport.

LTO: Herr Schneider, schildern Sie doch bitte zunächst, was genau Mercedes vor dem Tribunal der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) eigentlich vorgeworfen wurde.

Schneider: Der – unstreitige – Vorwurf besteht darin, dass das Formel 1-Team von Mercedes im Mai dieses Jahres drei Tage lang in Barcelona Reifentests mit dem "Formel 1 Exclusiv-Lieferanten Pirelli" durchgeführt hat, und zwar mit dem aktuellen Fahrzeug dieser Saison und ihren beiden besten Fahrern, Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Darin liege aber ein klarer Verstoß gegen die Regularien des internationalen Dachverbands.

LTO: Gegen welche Vorschrift wurde denn hier konkret verstoßen, und was ist so schlimm an Reifentests?

Schneider: Das Regelwerk der FIA ist außergewöhnlich komplex und detailliert ausgestaltet. In diesem Fall ist Artikel 22 der 2013 Formula 1 Sporting Regulations betroffen. Die Vorschrift schreibt im Einzelnen vor, wann und unter welchen Umständen Fahrzeug- beziehungsweise Reifentests durchgeführt werden dürfen. Während der laufenden Rennsaison ist dies nur sehr eingeschränkt möglich. Eine Zuwiderhandlung gegen diese Regel wiederum wird als Verstoß gegen das in den Ziffern 1 und 151 des International Sporting Code geregelt Gebot "sportlicher Fairness" gewertet.

Sinn des Artikel 22 ist es, für alle Teams vergleichbare Bedingungen zu schaffen, damit der Wettbewerb möglichst fair bleibt. Formel 1-Fahrzeuge lassen sich nicht mit normalen PKW vergleichen – das sind hochtechnisierte Boliden, bei denen es in der Abstimmung auf die kleinsten Kleinigkeiten ankommt. Die Konkurrenz von Mercedes hatte errechnet, dass diese dreitägigen Tests im Rennen einen Vorteil von bis zu einer Sekunde pro Runde ausmachen könnten.

"Ein Vorteil ist schließlich ein Vorteil"

LTO: Wie kam es dann zu dem Verfahren vor dem FIA Tribunal?

Hier geht es zum vollständigen Interview vom 29.06.2013:
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/formel-1-formula-one-mercedes-reifentest-fia-urteil/

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